Tag der Offenen Tür 2005

Krankenpflegeverein Unterjesingen lud in sein neues Domizil
 






UNTERJESINGEN (dhe). Er ist nur für Kranke in Unterjesingen da. Der ambulante Dienst des Krankenpflegevereins Unterjesingen lud am Sonntag zum Tag der offenen Tür.

Die Erdgeschossräume in der Jesinger Hauptstraße 81/1 sehen an gewöhnlichen Tagen nicht so viele Gäste. Dann kommen nur Ratsuchende für ein erstes Gespräch ins Büro von Pflegedienstleiterin Carmen Wiesner. Fortbildungen für die sechs Mitarbeiterinnen finden ebenfalls dort statt. Zudem bietet der Verein Kompaktkurse für pflegende Angehörige. Auch ein Treff für Angehörige hat dort seine Anlaufstelle. Das neue Domizil gibt es seit Anfang Mai. Zuvor hatte das Team seine Zentrale ein paar Häuser weiter, in der Jesinger Hauptstraße 71.

Eine kleine Ausstellung zeigte Hilfsmittel der ,,Pflege - damals und heute". Alte hölzerne Krücken ließen eher an Stelzen denken. Ein besonderes Schaustück war eine Rollstuhl-Antiquität: Ein Korbsessel, montiert auf hohe Metallräder. Zum geschwungenen weißen Waschtisch aus Metall gehörte die weiße Porzellangarnitur mit Waschkrug und Schüssel. Und die Wärmflaschen waren seinerzeit nicht aus Plastik, sondern aus Kupfer. Der Unterjesinger Krankenpflege – Verein wurde 1967 gegründet, um die ausscheidende Gemeindeschwester zu ersetzen. Gründungsmitglieder waren Robert Kaiser, Ernst Kölle, Anneliese Reichert, Ilse Schäfer, Richard Schmid, Kar1 Sigel und Hermann Theurer. Auch nach der Eingemeindung nach Tübingen schaffte es der Verein, seine Selbstständigkeit zu erhalten. Zurzeit hat er 325 Mitglieder.

Der ambulante Kranken- und Alten-Pflegedienst betreut etwa 20 Patient(inn)en .„Im Wesentlichen läuft alles im Haus der Kranken", sagte Wiesner. „Man kann sich ganz spontan an den Verein wenden; es gibt keine Wartezeiten." Einzige Voraussetzung: Der Hilfebedürftige muss in Unterjesingen wohnen. Der Pflegedienst bietet eine Wundfachberatung und eine Rufbereitschaft. Die Tagrufbereitschaft umfasst die Zeit von 7 bis 21 Uhr. Die Nachtrufbereitschaft von 21 bis 7 Uhr übernimmt das Tübinger Projekt zur Häuslichen Betreuung Schwerkranker.
Die sechs examinierten Fachkräfte arbeiten in Teilzeit. „Wir haben sehr flexible Arbeitszeiten", so Wiesner. Diese nutzten Frauen, die wieder in den Beruf einsteigen wollen. Manche Familienfrauen machten bewusst „nur Spätdienst". So klein der Pflege-Verein auch ist, arbeitet er trotzdem wirtschaftlich selbstständig. Allerdings gibt es seit drei Jahren eine Kooperation mit der Diakoniestation Ammerbuch. Diese übernimmt die pflegerische Supervision. Die Entscheidung über Neueinstellungen liegt aber weiterhin ausschließlich beim Krankenpflege-Verein.